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Schützt den Wald – Schwedens wichtigster Auftrag derzeit ist daran zu arbeiten, dass alle alten Naturwälder im Land bewahrt werden.

Auf fast der kompletten produktiven Waldfläche in Schweden wird Forstwirtschaft betrieben. Der geringe Anteil der Waldfläche der noch immer aus Altwäldern besteht, ist für die Forstwirtschaft nicht von entscheidender Bedeutung. Für die gefährdeten Pflanzen- und Tierarten und für das schwedische Landschaftsbild ist dagegen die Bewahrung dieser Wälder ganz und gar entscheidend. Diese Wälder machen aus europäischer Perspektive einen wichtigen Teil der letzten Naturwälder unseres Kontinents aus. Beinahe 2000 im Wald und auf Bäumen lebende Arten stehen auf der Roten Liste von Schweden. Ein Großteil von ihnen ist abhängig von der Dynamik alter Naturwälder.

Zynismus und Rücksichtslosigkeit haben sich in den letzten Jahren innerhalb der Forstindustrie ausgebreitet. Die Jagd nach Holz ist oft reiner Raubbau und Zerstörung. Die Unternehmen haben beinahe ungestört die Wälder des Landes in junge, bewirtschaftete Produktionswälder und Plantagen verwandeln können. Dies ist die grundlegende Ursache für die ernste Lage. Nicht nur Pflanzen und Tiere sind dadurch potentiell gefährdet und benachteiligt. Auch wir Menschen wurden eines Großteil dessen beraubt, wofür der Begriff Wald allzeit gestanden hat. Uns wurde der Wald als ein Teil unserer Kultur und unserer Geschichte genommen. Viele Schweden, oder besser gesagt Europäer, haben nie einen alten Naturwald erlebt und es liegt an uns, kommenden Generationen die Chance für diese Erfahrung zu geben.

Bis heute sind nur rund 1,5 Prozent der produktiven Waldfläche ausgenommen der Fjällregionen permanent geschützte Naturwälder. International betrachtet ist dies ein sehr geringer Anteil. Global sind rund 12 Prozent der Wälder der Welt geschützt und einige Länder wie zum Beispiel auch Costa Rica, im Vergleich zu Schweden ein armes Land, haben mehr als 25 Prozent ihrer Waldgebiete geschützt. Estland hat ein Reservatssystem, welches innerhalb einiger Jahre 10 Prozent der produktiven Waldgebiete umfassen wird.

Forschungsergebnisse zeigen, dass 10 bis 30 Prozent des natürlichen Lebensraums bedrohter Arten bewahrt werden müssen, um lebenskräftige Populationen und die biologische Vielfalt sichern zu können.

Schweden hat in internationale Konventionen und nationale Umweltziele die biologische Vielfalt zu bewahren eingewilligt, erfüllt diese aber nicht. Allzu niedrige staatliche Mittel für Waldschutz bedrohen den Wald. Das Umweltziel für den Wald muss mit staatlichen Mitteln umgesetzt werden, so dass beispielsweise Gelder zur Verfügung stehen, die Waldbesitzer für die Bildung von Reservaten ökonomisch entschädigen.

Meinungsforschungen zeigen, dass die biologische Vielfalt und allgemeine Gesundheitsaspekte unter den Schweden ganz oben auf der Liste der wichtigsten Werte des Waldes angesiedelt sind.

Die derzeitige Regierung will den Waldbesitzern mehr „Verantwortung” für Umweltziele für den Wald geben. Waldbesitzer sollen „freiwillig” einen großen Teil der letzten Altwälder bewahren. Dadurch will die Regierung die Reservatsbildung zurück schrauben. Das bedeutet jedoch, dass einem Großteil dieser Wälder der gesetzlich permanente Schutz fehlt und diese damit dem Risiko der Abholzung ausgesetzt sind.

Schützt den Wald – Schweden will die gesetzlich festgelegten Schutzmaßnahmen: Nationalparke, Naturreservate, Biotopschutz und Natur- und Umweltschutzabkommen verteidigen.

Schützt den Wald – Schweden will,
  • dass alle Altwälder unter Naturschutz gestellt werden,
  • dass Wälder und Gehölze mit Naturwert für den Naturschutz beiseite gelegt werden um saniert zu werden und hohen Naturwert erhalten können. Die noch existierenden Altwälder reichen nicht aus. Damit die biologische Vielfalt und eine lebende Waldlandschaft Schwedens bewahrt werden kann, ist eine umfassende Sanierung von Wäldern mit Naturwert notwendig.
  • dass der Staat seine Verantwortung wahrnimmt und staatliche Mittel für die biologische Vielfalt und für den permanenten Abholzungschutz von mindestens 10 Prozent der Waldfläche erhöht,
  • dass die Gesetze und Regelwerke, welche die Umwelteinwirkungen der Forstwirtschaft regeln, verbessert werden. Der Staat muss sichern, dass die Forstwirtschaft mindestens 10 Prozent der bewirtschafteten Gebiete zu Naturschutzzwecken beiseite legt (zusätzlich zu den gesetzlich festgelegten geschützten Flächen).
  • dass die Wälder mit hohem Naturwert, welche heute von staatlichen forstwirtschaftlichen Unternehmen verwaltet werden, ohne Entschädigung den Natur- und Umweltschutzbehörden für den permanenten Schutz überlassen werden.

Wie arbeitet Schützt den Wald – Schweden?


  • Wir arrangieren Inventuren um eine Bestandsaufnahme gefährdeter Wälder durchzuführen und um die Rücksichtnahme auf die Umwelt der forstwirtschaftlichen Betriebe zu kontrollieren. Wissen rettet Wald.
  • Wir arbeiten daran Politiker, Behörden und Forstwirtschaft zu beeinflussen.
  • Wir treiben Fragen durch verschiedene Formen der Volkbildung wie Newsletter, Artikel, Veranstaltungen, Kurse, Vorlesungen und Pressemitteilungen voran.
  • Wir führen Kampagnen durch und organisieren Aktionen.

 

Fragen und Antworten: Altwald